Brotfrikadellen – aus trockenem Brot

Brotfrikadellen – aus trockenem Brot

Brot oder Brötchen sind in den meisten Haushalten ja ein tägliches Nahrungsmittel. Statistisch gesehen isst jeder Mensch in Deutschland 85kg Brot pro Jahr. Egal, ob selbst gebacken, beim Bäcker gekauft oder abgepackt. Und ich muss gestehen, dass auch ich ein großer Fan von frischem Brot bin. Aber eben von frischem Brot und nicht von altem Brot. Entsprechend regelmäßig kaufe ich dann auch beim Bäcker ein. Wahrscheinlich geht es vielen anderen da ähnlich. Die Konsequenz daraus ist aber, dass wir viel zu viel Brot wegwerfen. Backwaren gehören nach Obst und Gemüse zu den am meisten weggeworfenen Lebensmitteln.
 

Die Menge machst

Ich habe mich früher auch häufig dabei erwischt, wie ich das letzte Brötchen vom Vortag oder das trockene Endstück vom Brot kurzerhand in den Müll geworfen habe. Auf den ersten Blick sieht es ja auch nicht wirklich schlimm aus. Wenn man dann aber überlegt, wie oft man ein kleines Stück Brot im Jahr wegwirft, kommt da schon eine relativ große Menge zusammen.
 
aufgeschnitten Brotfrikadelle
Ich muss gestehen, dass ich es aber auch nicht besser wusste. Natürlich kann man ein Brötchen am nächsten Morgen nochmal aufbacken, aber irgendwann ist es doch auch dafür zu trocken. Mir fehlten schlichtweg die Ideen, altes Brot in leckere Mahlzeiten zu verwandeln. Das einzige Gericht, das ich kannte, war Armer Ritter bzw. French Toast. Ich mag diese Süßspeise auch sehr gerne, weshalb es dazu auch schon ein Rezept auf dem Blog gibt. Doch was kann man aus Brot machen, wenn man kein Toast oder Weißbrot verwenden möchte, sondern Brötchen oder gar dunkles Brot?
 
gold braun gebratene Brotfrikadellen
Die Antwort ist relativ simple und doch so gut: Altes Brot eignet sich hervorragend um daraus vegetarische Frikadellen zu machen. Ja, ganz genau, Brotfrikadellen. Ich war mindestens genauso skeptisch, als ich das erste Mal davon gehört habe. Aber meine Skepsis hat sich blitzschnell in Begeisterung umgewandelt, als ich die kleinen Brotbällchen das erste Mal gegessen habe. Sie sind nämlich alles andere als trocken und langweilig, auch wenn sie hauptsächlich aus trockenem Brot bestehen. Durch die Kräuter und Zwiebeln bekommen sie eine leckere Würze und das Bratöl tut sein Übriges. Die Zubereitung ist nicht wirklich anders als bei Fleisch-Frikadellen, nur die Ausgangsbasis ist eben eine andere.
 
Die Zutaten für die Brotfrikadellen
 

Für die Brotfrikadellen braucht man nur wenige Zutaten:

  • Altes Brot: Ich habe für das Rezept Fladenbrot und Brötchen von Vortag verwendet. Vollkornbrot kann man aber auch verwenden
  • Ei: Das Ei ist optional, sorgt aber dafür, dass die Frikadellen etwas fluffiger werden
  • Zwiebeln und Kräuter: Die Zwiebeln und die Kräuter sorgen für den gewünschten Geschmack. Mit verschiedenen Kräutern lässt sich auch eine entsprechende Geschmacksvariation hineinbringen
  • Salz, Pfeffer und Öl zum Braten: Salz und Pfeffer können nach Belieben verwendet werden und zum Braten kann Pflanzenöl oder auch Butterschmalz verwendet werden

 
Das alte Brot wird in Stücke gerissen und in Wasser eingeweicht. Anschließend wird es ausgedrückt, mit dem Ei (optional), den kleingeschnittenen Zwiebeln und Kräutern vermischt und dann wie „normale“ Frikadellen geformt und gebraten.
 
geformte, rohe Brotfrikadellen
Die Brotfrikadellen schmecken warm am besten, man kann sie aber auch wunderbar am nächsten Tag noch kalt essen. Dann sollte man sie nur im Kühlschrank aufbewahren. Besonders gut schmecken sie mit einem leckeren Dip aus Quark, aber auch mit Ketchup oder Senf sind sie ein Genuss. Also ganz genau so, wie man es von den altbekannten Frikadellen auch gewohnt ist.
 
ein Teller voller köstlicher Brotfrikadellen
 
Nachtrag: Ich habe das Rezept in der Zwischenzeit auch schon ohne Ei zubereitet. Diese vegane Variante schmeckt auch richtig gut. Ich habe daher unten nun zwei Rezepte eingefügt – einmal mit und einmal ohne Ei.
 

Brotfrikadellen mit Ei

Brotfrikadellen sind innen wunderbar fluffig und außen herrlich knusprig. Sie können nach Belieben gewürtzt werden und sind die ideale Verwendung von altem, trockenem Brot. Wer auf das Ei verzichten möchte, findet weiter unten das Rezept ohne Ei.
4.55 von 11 Bewertungen
Vorbereitung 15 Min.
Kochzeit 5 Min.
Gericht Beilage
Portionen 12 Frikadellen

Zutaten
  

  • 180 g altes Brot (z.B. Brötchen oder Fladenbrot)
  • 1 Ei (optional - siehe unten)
  • 1-2 Zwiebeln (je nach Größe)
  • Kräuter (z.B. Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Kerbel, etc)
  • Salz und Pfeffer
  • Öl zum Braten

Anleitung
 

Das Brot vorbereiten

  • Das alte Brot in grobe Stücke reißen und in eine Schüssel geben. Anschließend so viel Wasser zu dem Brot hinzugeben, bis es bedeckt ist und das Brot kurz einweichen lassen. Je älter das Brot ist, desto länger muss es einweichen.
  • Das Wasser nun wieder abgießen und das Brot mit den Händen auswringen bis keine Flüssigkeit mehr herauskommt. Das Brot sollte jetzt wieder sehr weich sein. Die Kruste wird natürlich nicht genauso weich wie das Innere, das macht aber nichts.

Den Teig herstellen (mit Ei)

  • Die Zwiebel klein schneiden und mit dem Ei zu dem Brot geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Klein gehackte Kräuter nach Belieben hinzugeben und die Masse gut verrühren.
  • Die Masse sollte jetzt eher an einen Teig erinnern und gut kleben. Aus dem Teig mit den Händen nun Frikadellen formen. Je nach Größe werden daraus circa 12 Frikadellen.

Zubereitung in der Pfanne

  • Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Frikadellen hineingeben. Die Brotfrikadellen werden nun wie "normale" Frikadellen von allen Seiten gold-braun angebraten. 
Hast du das Rezept ausprobiert?Lass mich wissen wie es dir geschmeckt hat!

 

Brotfrikadellen ohne Ei

Die Brotfrikadellen kann man auch problemlos vegan herstellen, ganz ohne Ei-Ersatz. Durch ausgiebiges Kneten klebt der Teig auch aneinander und die Brotfrikadellen schmecken mindestens genauso gut. Sie schmecken frisch aus der Pfanne oder auch am nächsten Tag super lecker.
Autor: Jacqueline
4.25 von 4 Bewertungen
Vorbereitung 15 Min.
Kochzeit 5 Min.
Gericht Beilage
Portionen 12 Frikadellen

Zutaten
  

  • 180 g altes Brot (z.B. Brötchen oder Fladenbrot)
  • 1-2 Zwiebeln
  • Kräuter (z.B. Schnittlauch, Petersilie, Majoran, Kerbel, etc.)
  • Salz und Pfeffer
  • Öl zum Braten

Anleitung
 

Das Brot vorbereiten

  • Das trockene Brot in Stücke reißen und in eine Schüssel geben. Nun so viel Wasser hinzugeben, bis das Brot bedeckt ist und einweichen lassen. Je nachdem wie alt das Brot ist, dauert das so 1-2 Minuten.
  • Das Wasser dann wieder abgießen und die Flüssigkeit aus dem Brot drücken. Das geht am besten mit den Händen. Das Brot sollte jetzt wieder sehr weich sein und eine breiige Konsistenz haben. Wenn das Brot eine harte Kruste hatte, wird die nicht so weich wie das Innere, das macht aber nichts.
  • Die Brotmasse muss nun wirklich gut geknetet werden, so 1-2 Minuten. Anstelle von dem Ei muss nun nämlich das Gluten in dem Brot für die Bindung sorgen. Und je stärker geknetet wird, desto besser bleiben die Frikadellen später in Form.

Den Teig herstellen (ohne Ei)

  • Dann kleingeschnitte Zwiebel zu dem Brot geben. Mit Salz und Pfeffer würzen und gehackte Kräuter nach Belieben hinzugeben und gut verrühren.
  • Die Masse sollte jetzt eher an einen Teig erinnern und gut kleben. Aus dem Teig nun wie bei normalen Frikadellen mit den Händen kleine Bällchen formen. Je nach Größe werden daraus circa 12 Frikadellen.

Zubereiten in der Pfanne

  • Jetzt das Öl in einer Pfanne erhitzen und dann die Frikadellen hineingeben. Die Brotfrikadellen werden nun wie "normale" Frikadellen von allen Seiten gold-braun angebraten.
Hast du das Rezept ausprobiert?Lass mich wissen wie es dir geschmeckt hat!



8 thoughts on “Brotfrikadellen – aus trockenem Brot”

  • 5 stars
    Ich wollte das Rezept letztens mit alten Fladenbrot machen und war dann enttäuscht, dass sich schon Schimmel gebildet hatte – hatte mich echt schon gefreut.
    Jetzt musste ein altes Baguette daran glauben. Ohne Ei, aber mit Kräutern, Oliven, eingelegten Peperoni und diversen Gewürzen. War sehr lecker. Geriebenen Käse hätte ich mir auch noch gut darin vorstellen können.

    • Hallo Julia,

      oh wie toll, dass du das Rezept ausprobiert hast und verfeinert hast. Und ich freu mich total, dass es dir geschmeckt hat.
      Die Idee mit dem Käse ist richtig gut, das kann ich mir auch gut vorstellen.

      Viele liebe Grüße,

      Jacqueline

    • Hallo Dagmar,
      das ist eine gute Frage. Bisher hatte ich nie so viel altes Brot, dass sich das Einfrieren gelohnt hätte. Die Brotfrikadellen waren immer am gleichen Tag weg. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es besser geht, wenn man sie formt und dann roh einfriert. Vor dem Anbraten dann aber auf jeden Fall auftauen lassen.
      Solltest du es ausprobieren, würde ich mich freuen, wenn du deine Erfahrung mit uns teilst 🙂

      Viele Grüße

      Jacqueline

      • Ich habe soeben die Brotfrikadellen gebacken. Möchte sie aber erst Morgen warm servieren. Kann ich sie im Backofen erwärmen? Bis jetzt sieht alles sehr gut aus!

        • Hallo Christa,
          da freue ich mich aber, dass es bisher sehr gut aussieht. Ich habe die Brotfrikadellen bisher immer direkt oder auch am nächsten Tag kalt gegessen. Ich habe sie also noch nie im Backofen erwärmt. Solltest du es ausprobieren, würde ich sie nur nicht zu lange im Ofen lassen, damit sie nicht zu trocken werden.

          Viele Grüße und guten Appetit,

          Jacqueline

  • 5 stars
    Das Rezept hat meine Erwartungen deutlich übertroffen, habe es aus altem Mischbrot gemacht. Zusätzlich noch einen Teelöffel Senf und kleingeschnittene Oliven dazu und es war wirklich lecker!

    • Vielen Dank für das positive Feedback. Ich freue mich, dass es so gut geschmeckt hat. Und die Idee mit den Oliven hört sich wirklich lecker an. Ich hatte auch schon mal überlegt, getrocknete Tomaten unterzumischen.

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